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Bewegendes Gedenken

Bewegendes GedenkenRückblick auf die Aktionswoche für Demokratie und Vielfalt

Im Rahmen der "Aktionswoche für Demokratie und Vielfalt" fand am 16. Juni die zentrale Gedenkveranstaltung anlässlich des 30. Jahrestags des rassistisch motivierten Anschlags auf Noël Martin statt. Etwa 200 Bürgerinnen und Bürger sowie hochrangige Gäste setzten gemeinsam ein starkes Zeichen gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Gewalt.

Bürgermeister Michael Schwuchow begrüßte die Teilnehmenden am Bahnhofsvorplatz in Mahlow und eröffnete gemeinsam mit dem Verein Opferperspektive die Outdoor-Ausstellung "Kein schöner Land", die den Todesopfern rechter Gewalt in Brandenburg einen Namen gibt.

Gemeinsam mit Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke führte Michael Schwuchow im Anschluss einen Gedenkgang über die Noël-Martin-Brücke zum Mahnmal am Glasower Damm an. An genau diesem Ort verunglückte Noël Martin 1996 durch die Tat von Neonazis und war seither vom Hals abwärts gelähmt.

Besonders emotional wurde es durch den Besuch von Negus Martin, dem Sohn des 2020 verstorbenen Noël Martin. Er war mit seiner Familie aus England angereist und betonte: "Vergesst meinen Vater nicht. Behaltet ihn in euren Herzen."

Mahnung als Auftrag für die Zukunft

Bürgermeister Michael Schwuchow fand in seiner Ansprache deutliche Worte: "Am Anfang unserer Aktionswoche für Demokratie und Vielfalt steht kein Jubel, sondern ein schmerzhaftes, ein mahnendes Jubiläum. Heute blicken wir zurück auf einen Tag, der sich tief in das kollektive Gedächtnis unserer Gemeinde eingebrannt hat. Gleichzeitig verneigen wir uns vor dem Lebensmut von Noël Martin, der trotz seines unendlichen Leids die Kraft fand, Brücken zu bauen – unter anderem durch die Gründung seiner Jugendstiftung. Aber Innehalten allein reicht nicht. Dieser Jahrestag ist ein Auftrag. Und deshalb stehen wir als Gemeinde und ich als Bürgermeister hier und heute und auch in Zukunft ganz deutlich gegen Rassismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit ein!"

Im Rahmen der von Regina Bomke moderierten Veranstaltung ergänzte Ministerpräsident Woidke, dass das Gedenken ein wichtiges "Zeichen gegen Rechtsextremismus, gegen Gewalt und für den Zusammenhalt in einer freien, friedlichen und offenen Gesellschaft" darstellt. Auch die Landesintegrationsbeauftragte Diana Gonzalez Olivo unterstützte die Gedenkveranstaltung mit bewegenden Worten und verwies auf das vielfältige zivilgesellschaftliche Engagement und die zahlreichen Unterstützer dieser Aktionswoche.

René Schreiter von der Stiftung großes Waisenhaus, die die Noël- und Jacqueline-Martin-Stiftung für Toleranz, Demokratie und gegen Rassismus verwaltet, und Kieran Drake, stellvertretender britischer Botschafter, blickten in ihren Redebeiträgen auf das seit 1996 erreichte zurück und gaben Ausblicke und Perspektiven. Besonders bewegend waren die Wortbeiträge der Organisation Purple R Diamond, die den von Noël Martin initiierten Jugendaustausch gemeinsam mit dem Team Jugendarbeit der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow organisieren.

Kinder der Astrid-Lindgren-Grundschule trugen Auszüge aus der mittlerweile sehr umfangreichen "Baumchronik" vor. Die von den Kindern gestaltete Chronik sammelt Gedichte, Gedanken und Sichtweisen zum Anschlag. Jedes Jahr wird die Sammlung von einer neuen Klassenstufe erweitert. Ein bewegendes und lebendiges Dokument. Den Abschluss der Veranstaltung setzte der Verein Bürger für Bürger mit der Prämierung der Gewinnerbeiträge des offenen Malwettbewerbs. Für den musikalischen Rahmen sorgte Mellowmark mit gefühlvollen aber lebensbejahenden Liedern.

alle Bilder: 48pictures

Die Aktionswoche der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow fand vom 15. bis zum 21. Juni statt. Im gesamten Gemeindegebiet gab es zahlreiche Veranstaltungen, Workshops und Begegnungsformate, die sich für Toleranz, Vielfalt und ein starkes demokratisches Miteinander einsetzten.

Ein Rückblick auf die Veranstaltungen finden Sie unter www.blankenfelde-mahlow.de/vielfalt

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