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Ortsteil Mahlow
06.03.2018

Information der Gemeindeverwaltung zum sogenannten Waldcampus in Dahlewitz

In den letzten Wochen haben eine ganze Reihe von Anfragen von Bürgern zum Thema „Waldcampus Dahlewitz“ die Gemeindeverwaltung erreicht.

Manche Dahlewitzer sind besorgt, es könnte bald eine größere Waldfläche gerodet werden, um dort Gewerbenutzungen zuzulassen. Hierzu nimmt die Gemeinde Stellung.

Worum geht es?

Räumlich: um die Fläche, etwa zwischen dem Gewerbegebiet Eschenweg, der Autobahn, der Bahnstrecke Berlin-Dresden und dem Bahnhofsschlag.

Inhaltlich: um Planungsrecht und Landschaftsschutz.

Die Gemeinde ist der sogenannte Träger der Planungshoheit, stellt also den Flächennutzungsplan (FNP) und die einzelnen Bebauungspläne auf. Diese Pläne müssen sich aber an höherrangige Planungen der Raumordnung und Landesplanung anpassen. Für die benannte Fläche sind aktuell die Ziele und Grundsätze des Landesentwicklungsplans Berlin-Brandenburg (LEP BB) zu beachten; zukünftig wird dieser Landesentwicklungsplan (LEP) durch den Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion (LEP HR) abgelöst. Dieser befindet sich derzeit in Aufstellung.

Die Gemeinde hat 2016 in Abstimmung mit der Gemeinde Rangsdorf eine Studie bei einem Planungsbüro in Auftrag gegeben, die auf der Internetseite der Gemeindeverwaltung im Ratsinformationssystem als Teil der Sitzungsunterlagen zur Gemeindevertretersitzung am 24.11.2016 abrufbar ist.

In der Studie werden vier „Entwicklungsszenarien an der Dresdner Bahn“ durchgespielt mit verschiedenen Annahmen zur Entwicklung des Untersuchungsgebietes. Ziel der Studie ist es jedoch vorrangig, die Voraussetzungen für eine S-Bahn-Verlängerung der Linie 2 bis Rangsdorf zu prüfen. Dabei spielen Expansionspläne von Rolls-Royce und Einwohnerzuwächse eine erhebliche Rolle. Auf S. 18 geben die Autoren als Handlungsempfehlung mit, den geplanten „Technologiecampus Aerospace“ zu einen „Waldcampus Aerospace“ zu entwickeln und voranzubringen. Sie empfehlen aber ebenso, zunächst ein Standortentwicklungskonzept zu erarbeiten, um Chancen und Risiken näher zu beleuchten.

Die Gemeindevertretung beschloss am 24. November 2016, die Studie als Empfehlung zur städtebaulichen Entwicklung weiter zu verfolgen.

Die Gemeinde bat die Gemeinsame Landesplanungsbehörde von Berlin und Brandenburg (GL) daraufhin, bei der Aufstellung des LEP HR den Bereich westlich des Gewerbegebietes DA 1 Eschenweg, ca. 90 ha, nicht mehr dem „Freiraumverbund“ zuzuordnen, sondern als „Gestaltungsraum Siedlung“ darzustellen.

Naturräumlich ist das Gebiet Teil des Landschaftsschutzgebietes „Diedersdorfer Heide und Großbeerener Graben“ (LSG). Solange die Verordnung über das LSG nicht geändert wird, darf dort nur in sehr wenigen Ausnahmefällen gebaut werden.

Auf dem „Waldcampus“ befindet zurzeit tatsächlich allein Wald. Die Grundstücke gehören verschiedenen Eigentümern, deren Rechte selbstverständlich durch Gesetz und Verfassung geschützt sind.

Zum jetzigen Zeitpunkt (Februar 2018) ist die Fläche dem Außenbereich zuzuordnen und die Gemeinde betreibt weder ein Verfahren zur Änderung des geltenden Flächennutzungsplanes – dieser stellt aktuell Waldfläche dar - noch zur Aufstellung eines baurechtschaffenden Bebauungsplans.

Auch wurde bisher kein Antrag auf Ausgliederung des genannten Bereichs aus dem LSG gestellt und erst recht kein Verfahren zur Waldumwandlung oder –rodung eingeleitet.

Sollte die Änderung bzw. Aufstellung der Bauleitpläne (FNP, Bebauungsplan) beschlossen werden, sind diese auszulegen, mit der Öffentlichkeit zu diskutieren und die privaten und öffentlichen Belange zu erörtern und zu berücksichtigen: Eigentum, Naturschutz, Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen u.v.m.

Die Gemeindeverwaltung bittet die Bürger, sich an künftigen Planungen aktiv zu beteiligen. Zurzeit gibt es aber keine Verfahren, in denen eine Mitwirkung geboten ist.

 

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