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Ortsteil Mahlow
21.01.2019

Kulturspezifisches Hospiz in Mahlow eröffnet

Als elftes stationäres Hospiz im Land Brandenburg eröffnete am 17. Januar das Haus Ipek in der Mahlower Arnold-Böcklin-Straße. Träger des Hauses ist der Pflegedienst Deta-Med, dessen Schwerpunkt die kulturspezifische Pflege unter Berücksichtigung kultureller und individueller Bedürfnisse ist. An der Eröffnung des neuen Hospizes nahmen neben zahlreichen Gästen auch Bürgermeister Ortwin Baier und Gesundheitsstaatssekretär Andreas Büttner teil.

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Bei der offiziellen Eröffnungszeremonie © Gemeinde Blankenfelde-Mahlow

Bürgermeister Ortwin Baier wies in seiner Rede darauf hin, dass sich der Wert einer Gesellschaft nicht zuletzt daran bemisst, wie sie mit Leidenden und Sterbenden umgeht: "Die Hospizbewegung in Deutschland wächst ständig und ist inzwischen an einem Punkt angelangt, an dem die allgemeingesellschaftliche Anerkennung groß und hoch ist. Dass es nun ein kulturspezifisches Hospiz in Mahlow gibt, ist indes eine wichtige Neuerung, denn Kulturspezifität im Zusammenhang mit Sterbebegleitung ist ein gesellschaftlicher Aufgabenbereich, der gerade erst im Entstehen begriffen ist. Es geht nicht nur um die Pflege im engeren Sinne, sondern um den Menschen als Ganzheit. Das Hospiz Ipek verspricht, auf seine Gäste zuzugehen und Türen zu öffnen. Und die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow freut sich, auch selbst die Türen geöffnet zu haben und die Ansiedlung dieses wichtigen künftigen Bestandteils der Versorgung mit unterstützt zu haben."

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Das Haus von aussen: Kraniche und Pfaue begleiten Sterbende auf ihrem letzten Weg © Gemeinde Blankenfelde-Mahlow

In der Einrichtung können zwölf Patientinnen und Patienten versorgt werden. Zusätzlich gibt es Unterbringungsmöglichkeiten für Angehörige. Das Haus ist dem Gedanken der Hospizbewegung verpflichtet. Durch kontinuierliche Begleitung, palliative Pflege, Schmerztherapie und Systemkontrolle werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Sterbenden würdig und ohne Schmerzen aus dem Leben scheiden können. Zugleich geht das Haus in Konzeption und Ausgestaltung neue Wege. Unter anderem erhalten die Patientinnen und Patienten neben der pflegerischen und psychosozialen Betreuung auf Wunsch auch spirituellen Beistand. Die Räume und die Fassade wurden zudem künstlerisch gestaltet. Fassade und Dach zieren große Mosaiken von Kranichen und Pfauen, die wie unschwer zu erkennen ist, von der Bau- und Mosaikkunst des spanisch-katalanischen Architekten Antoni Gaudi beeinflusst sind.

Der Gedanke des Hospizes Ipek begreift und gestaltet die Lebenswelt der Sterbenden als einen ästhetischen Raum, in dem die Trauer und der Abschied so wichtig sind und so viel Platz bekommen wie die Wahrnehmung des Hier und Jetzt. Dazu gehört auch, dass das Hospiz ein Ort ist, an dem Menschen in der letzten Phase ihres Lebens die ihnen verbleibende Zeit zugleich selbstbestimmt und mit dem Gefühl ein Teil der Gesellschaft zu sein, erleben.

Auf diese Weise bleibt - wie in jeder anderen Phase des Lebens - auch in der Phase des Sterbens die Würde des Menschen unantastbar, und zwar unabhängig von Geschlecht, von nationaler und ethnischer Identität, von Weltanschauung, Religion, sexueller Orientierung oder gesellschaftlicher Stellung.
 

 

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