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Ortsteil Mahlow
11.12.2017

Gemeinsame Darstellung des WAZ und der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow zur Thematik Schmutz- und Niederschlagswasser/Straßenbau

Als kommunaler Dienstleister ist der WAZ zuständig für die Trinkwasserver- und Schmutz-wasserentsorgung. Der Verband hat in enger Abstimmung mit seinen Verbandsmitgliedern die erforderlichen öffentlichen Anlagen nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik und unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften sparsam und wirtschaftlich zu planen, zu errichten und zu betreiben.

Die technische Betriebsführung dieser wasserwirtschaftlichen Anlagen erfolgt durch die Dahme-Nuthe Wasser-, Abwasserbetriebsgesellschaft mbH (DNWAB), Königs Wusterhausen.

Der Verband, der kein eigenes Klärwerk besitzt, leitet das gesammelte Schmutzwasser zur modernen Großkläranlage Waßmannsdorf der Berliner Wasserbetriebe über.

Das Ausbauprogramm gemäß Schmutzwasserbeseitigungskonzept von 1997 (Kanäle, Grundstücksanschlüsse, Pumpstationen und Druckleitungen) wurde 2007 im Wesentlichen abgeschlossen.

Die planmäßige Erneuerung der schmutzwassertechnischen Altanlagen, die ausschließlich in den Ortsteilen Blankenfelde und Mahlow vor Verbandsgründung vorhanden waren, ist größtenteils abgeschlossen. Der gegenwärtige Erneuerungs- und Sanierungsbedarf ist somit gering. Bereits über 99 % der Schmutzwasserkanäle und Grundstücksanschlüsse sind entweder nach 1990 gänzlich neu errichtet bzw. erneuert oder saniert worden.
Der Erschließungsgrad im Bereich Schmutzwasser beträgt aktuell 99,5 %.

Bei Extremregenereignissen, wie sie insbesondere in den Sommermonaten 2017 mehrfach auftraten, war ein erheblicher Überstau an den Pumpwerken und ein massiver Rückstau im Schmutzwasserkanalnetz des Wasser- und Abwasserzweckverbandes Blankenfelde-Mahlow zu verzeichnen. Das Kanalsystem des Verbandes kann solche Wassermassen nicht auf-nehmen, die Pumpwerke waren ebenfalls überfordert und liefen unter Volllast im Dauerbetrieb. Planerische, bauliche ober betriebstechnische Mängel liegen nicht vor. Ursache ist die Überlastung der - wenn überhaupt vorhandenen - Anlagen zur Ableitung von Niederschlagswasser. Wo diese fehlen, drang Regenwasser als sogenanntes Fremdwasser über die Schachtabdeckungen der Schmutzwasserschächte in den Schmutzwasserkanal ein und überstaute das dafür nicht vorgesehene System. Im Rahmen der technischen Regeln (Trennsystem: Schmutzwasser und Niederschlagswasser sind getrennt abzuleiten) ist dieses Netz nur für die Entsorgung des häuslichen Schmutzwassers ausgelegt. Notwendig ist die Umsetzung der Generalentwässerungspläne für Regenwasser. Hierfür sind die Gemeinden zuständig.

Das Gebiet des WAZ Blankenfelde-Mahlow (Ortsteile Blankenfelde, Diedersdorf, Jühnsdorf und Mahlow) wurde seit Anfang der 1990er systematisch schmutzwassertechnisch erschlossen. Die BEV Ingenieure GmbH, Königs Wusterhausen wurde mit der Optimierung des Schmutzwasserableitungssystems des Verbandes zur Kläranlage Waßmannsdorf der Berliner Wasserbetriebe beauftragt. Die Studie liegt seit September 2015 vor und dient dem Zweckverband als Leitfaden.

Das anfallende Schmutzwasser wird aus 2 Pumpwerken in Blankenfelde und 6 Pumpwerken in Mahlow direkt über 2 Druckleitungen zum Klärwerk Waßmannsdorf gepumpt. Desweiteren werden 38 Ortspumpwerke betrieben; 12 in Blankenfelde, 22 in Mahlow und jeweils 2 in Jühnsdorf und Diedersdorf. Das Schmutzwasser aus Jühnsdorf und Diedersdorf wird über Druckleitungen zum Hauptpumpwerk Jühnsdorfer Weg in Blankenfelde übergeleitet.

Dieses Hauptpumpwerk ist mit Abstand das größte. Von den rund 1 Mio. m³ im WAZ gesammelter Jahresmenge fördert dieses Pumpwerk über 40% des Schmutzwassers zu Kläranlage.

Gemeinsam mit der Dahme- Nuthe Wasser-, Abwasserbetriebsgesellschaft mbH, Königs Wusterhausen wurden die Schmutzwasserpumpwerke besichtigt und in Wort und Bild dokumentiert. Bestandsdaten der DNWAB wie Pumpentypen, Laufzeiten und Monatsmengen wurden herangezogen.

Der technische Zustand der Pumpwerke ist gut bis sehr gut. Im Erläuterungsbericht der BEV Ingenieure werden konkrete Empfehlungen zu in den nächsten Jahren einzuplanenden Erneuerungen vorgenommen. Damit die Entsorgungssicherheit auch weiterhin gewährleistet ist, werden die Pumpstationen regelmäßig überprüft und wie bereits seit 2003 bei Bedarf erneuert bzw. teilerneuert.

Auch die Ergebnisse der hydraulischen Berechnungen zu den Druckleitungen sowohl von Jühnsdorf und Diedersdorf nach Blankenfelde als auch von Blankenfelde und Mahlow zum Klärwerk Waßmannsdorf lieferten wichtige Hinweise zur Optimierung des Gesamtsystems und fließen regelmäßig in die Planungen des WAZ ein.

Der Betrieb der Schmutzwasserpumpwerke wird mittels eines Prozessleitsystems kontrolliert. Per Datenfernübertragung über Steuerkabel bzw. Telefon zur Leitwarte in Ludwigsfelde wird jederzeit das Geschehen in den Pumpwerken überwacht und bei Störungen bedarfsgerecht gehandelt.

Die zusätzliche hydraulische Belastung wirkt sich auf die Energie- und Kosteneffizienz aus, da die Pumpen mehr leisten müssen.

Das Fremdwasser belastet auch den Reinigungsprozess im Klärwerk. Die Verdünnung des Schmutzwassers verringert die Abbauleistung, Schadstoffe können vermehrt in die Gewässer gelangen. Jeder Kubikmeter, egal ob Schmutz- oder Niederschlagswasser, der in die Kläranlage gelangt, muss bezahlt werden.

Jeder Kubikmeter Niederschlagswasser, der nicht in das Schmutzwasserkanalsystem des WAZ gelangt, senkt die Gefahr von Rück- und Überstau.
Auch ist der Schmutzwasserkanal keine einfache, schnelle und kostengünstige Lösung, um vollgelaufene Keller trocken zu bekommen.

Illegale Fremdeinleitungen unter anderem aus Regenwasserfallrohren von Dächern, Hofentwässerungen, Dränageleitungen oder Überläufen aus Zisternen sind Ordnungswidrigkeiten und können mit einer Geldbuße geahndet werden.
Ausdrücklich wird auf die Entwässerungssatzung des WAZ verwiesen.

Die Zuständigkeit für die schadlose Ableitung des Regenwassers liegt bei der Gemeinde. Der Umgang mit Regenwasser von Privatgrundstücken ist in der Satzung über die Beseitigung von Niederschlagswasser in der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow vom 27.01.2011 geregelt.

Für die schadlose Ableitung des Regenwassers von öffentlichen Verkehrsflächen liegt in der Gemeinde ein Generalentwässerungsplan vor. Dieser stellt die vorhandenen Anlagen dar, sowie die erforderlichen Änderungen und Erweiterungen des Regenwassernetzes. Eine Einstufung nach Dringlichkeit ist ebenso Bestandteil. Das derzeit vorhandene Netz ist unzureichend ausgebaut, um die immer stärker und öfter anfallenden Regenereignisse schadlos ableiten zu können. Der Generalentwässerungsplan (aufgestellt 2007) befindet sich derzeit in Überarbeitung und Aktualisierung. Eine kontinuierliche Investition in den Ausbau des Regenwassernetzes ist dringend erforderlich.

Problematisch sind hierbei Straßen, die derzeit noch unbefestigt sind oder keinen grundhaften Ausbau erhielten. Auch vorhandene, sehr unebene Straßen mit Wurzelanhebungen im Gerinnebereich oder großen Senken gewährleisten keinen Wasserabfluss. Für eine geordnete Ableitung des Regenwassers ist eine gezielte und direkte Zuführung zu den Entwässerungsanlagen (Mulden, Straßenabläufe) erforderlich. Dies ist nur durch eine regelkonforme Höhengestaltung der Oberfläche der Verkehrsanlage zu erreichen (Mindestwerte für Längs- und Querneigungen, Höchstabflussstrecke, Höchstbreite des Abflussgerinnes usw.). Deshalb ist es unumgänglich, zusammen mit der Anlage von erforderlichen Entwässerungseinrichtungen jedenfalls die dazugehörigen Verkehrsflächen mit zu betrachten und auszubauen.
Dies ist auch im Hinblick auf den Schmutzeintrag von unbefestigten Flächen in die Entwässerungsanlagen unbedingt erforderlich. Der Schmutzeintrag von Sedimenten setzt sich in den Entwässerungsanlagen ab und behindert den Regenwasserabfluss.

Hierbei ist insbesondere auch auf die, leider zu oft zu beobachtende, unzureichende Erfüllung der Anliegerpflichten bei der Freihaltung des Bordgerinnes von Laub und Unrat hinzuweisen. Insofern liegt es auch in der Hand aller Anlieger, ob das Regenwasser schadlos abfließen kann.

gez.
Ortwin Baier              
Bürgermeister            
Gemeinde Blankenfelde-Mahlow

gez.
Matthias Hein
Verbandsvorsteher
WAZ Blankenfelde-Mahlow

 

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