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Ortsteil Mahlow
17.06.2020

Entspannte Gedenkveranstaltung am Glasower Damm

24 Jahre nach dem rassistisch motivierten Anschlag auf Noël Martin versammelten sich am 16. Juni etwa 40 Bürgerinnen und Bürger am Mahnmal Glasower Damm. Gemeinsam wurde an dem Ort, an dem rechtsgerichtete Jugendliche einen Stein in das fahrende Auto des Briten mit jamaikanischen Wurzeln warfen, den Opfern rechter Gewalt gedacht. Zu den Teilnehmenden gehörten neben Gemeindevertretern und erfreulich vielen Jugendlichen auch die Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg, Dr. Doris Lemmermeier, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Teltow-Fläming, Christiane Witt, und die Integrationsbeauftragte der Gemeinde, Barbara Radtke.

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Akteure des Gedenktags (von links): Michael Schwuchow, Christiane Witt, Dr. Doris Lemmermeier, Barbara Radtke, Vera Hellberg (6. von links), Michael Ferguson, Kinder der Astrid-Lindgren-Schule mit ihrer Lehrerin (rechts)

Bürgermeister Michael Schwuchow führte durch die bewusst locker gehaltene Veranstaltung. In seiner Begrüßungsrede gab er einen kurzen Abriss über die Entstehung und Hintergründe des Rassismus und führte auf diese Weise die Widersinnigkeit dieser Denkweise vor.

Höhepunkt der Gedenkveranstaltung war auch in diesem Jahr das Telefonat mit Noël Martin. In Zeiten von Corona wurden Videokonferenzen zum Alltag, warum also nicht während einer Gedenkveranstaltung einen Live-Stream nach Birmingham, dem Wohnort Noëls, aufbauen? Gesagt, getan. Das kurze Video-Telefonat macht ein Wiedersehen möglich und zeigte Noël Martin, dass auch 24 Jahre nach dem Anschlag Menschen aus Blankenfelde-Mahlow an ihn denken und alles dafür tun, dass so ein Anschlag nie wieder geschieht.

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Die Veranstaltung wurde musikalisch begleitet von Anna (Cello) und Laura (Bratsche) aus Blankenfelde © Gemeinde Blankenfelde-Mahlow
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Während des Videotelefonats mit Noel Martin © Gemeinde Blankenfelde-Mahlow
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Texte der Baumchronik werden vorgetragen
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Gedenken mit Abstand © Gemeinde Blankenfelde-Mahlow

Michael Ferguson, enger Vertrauter Noël Martins, führte aus, dass Noël sich wie gewohnt nichts von seiner Krankheit und seinem Leid anmerken ließ. Da er an Haus und Rollstuhl gefesselt ist, bedeuten die coronabedingten Einschränkungen für ihn keinen großen Unterschied. Einzig, dass er seine regelmäßig notwendigen Krankenhausaufenthalte aufgrund der erhöhten Ansteckungsgefahr absagt, macht Ferguson ein wenig Sorge. „Noël, you are amazing“ ließ er den Briten am Telefon wissen und sprach damit den Teilnehmern der Gedenkveranstaltung aus der Seele.

Im Anschluss an das Telefonat stellten drei Schülerinnen der Astrid-Lindgren-Grundschule, begleitet von ihrer Lehrerin, die Baumchronik vor – eine jährlich fortgeführte Sammlung von Ideen, Gedichten und Gedanken zum Thema.

Ortsvorsteherin Vera Hellberg trug danach die Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 namentlich vor. Eine erschreckend lange Liste und das, obwohl lediglich die Ermordeten im Land Brandenburg aufgeführt wurden. Unter ihnen auch Dieter Manzke, der am 9. August 2001 in Dahlewitz von Jugendlichen rechter Gesinnung auf brutale und sadistische Weise zu Tode geprügelt wurde.

Die aufgrund der Corona-Auflagen wenig beworbene Veranstaltung endete in lockeren Gesprächen und war ein weiteres Mal eine wunderbare Werbung für eine tolerante, offene und vielfältige Gemeinde.

 

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