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Ortsteil Mahlow
08.08.2019

Dachsanierung am Desinfektionsgebäude

Es geht voran am Gedenkort "Ausländerkrankenhaus". Nachdem die Gemeindevertretung im Mai dieses Jahres entschied, das Desinfektionshäuschen des ehemaligen Zwangsarbeiterkrankenlagers zu erhalten, begannen Anfang August die dringend notwendigen Arbeiten zur Reparatur des Daches.

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Arbeiten am Dach des Desinfektionsgebäudes © Gemeinde Blankenfelde-Mahlow

Um das Gebäude auch für spätere Generationen zu erhalten, sind die derzeit laufenden Maßnahmen unerlässlich. Anfang des Jahres wurden die Fenster des Gebäudes bereits gegen unerlaubtes Eindringen gesichert. Auch wurde das Grün um das Gebäude zurückgeschnitten, um eine bessere Einsicht auf das Gebäude zu gewährleisten. Zusätzlich sollen ein stabiler Zaun und regelmäßige Kontrollgänge vor Vandalismus schützen. Die Abdichtung des Daches ist ein weiterer Schritt, das historisch bedeutsame Gebäude für eine mögliche zukünftige Nutzung als Gedenkstätte zu sichern.

Architektin und Bauforscherin Barbara Schulz, die das im letzten Jahr durch die Gemeinde beauftragte bauhistorische Gutachten verfasste, dazu: "Der Zustand des ehemaligen Desinfektionshauses ist trotz langem Leerstand überraschend gut. Dennoch drängt die Zeit für eine Sicherung, um witterungsbedingte Schädigungen der Gebäudesubstanz zu vermeiden."

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Blick auf das geschädigte Dach des Desinfektionsgebäudes © Gemeinde Blankenfelde-Mahlow

Die Sanierung des Daches wird von den Berliner Stadtgütern, als Eigentümer der als Bodendenkmal ausgewiesenen Fläche des ehemaligen "Ausländerkrankenhauses Mahlow", finanziert und soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow übernimmt dann die Instandhaltung des Gebäudes und des 2013 eröffneten Stelenrundwegs um das Gelände. Dafür sind pro Jahr 10.000 Euro im Haushalt der Gemeinde vorgesehen.

Historischer Hintergrund:

Das Hauptgesundheitsamt Berlin eröffnete am 10. August 1942 auf der Gemarkung Mahlow das größte Krankenhaus für Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter der Stadt Berlin. Es umfasste 25 Baracken, davon zehn Krankenbaracken mit 848 Betten. Insgesamt wurden in Mahlow Zwangsarbeiter/innen aus 14 Nationen behandelt; etwa 1.494 Patienten verstarben dort.

Nach der Befreiung des "Ausländerkrankenhaus Mahlow" durch die Rote Armee wurde der Barackenkomplex zunächst weiter als Krankenhaus genutzt. Ab Herbst 1946 siedelten sich Blankenfelder Gewerbebetriebe in den Gebäuden an. Bis zum Ende der DDR verschwanden jedoch die meisten Betriebe.

2007 wurde das Gelände als Bodendenkmal unter Schutz gestellt. 2009 beschloss die Gemeindevertretung, am authentischen Ort dauerhaft an das "Ausländerkrankenhaus" und die Schicksale seiner Insassen zu erinnern.

Weitere Informationen unter www.gedenkort-mahlow.de

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