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Junge auf einem Feldweg
© Gemeinde Blankenfelde-Mahlow 

Groß Kienitz

Mit 622 Hektar der kleinste Ortsteil der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow. Der Name stammt aus dem Urslawischen, die eigentliche Bedeutung bleibt jedoch umstritten.

Die wahrscheinlichste Deutung legt die Herleitung von "kija’n", "kijania" nahe, was soviel wie "Holzhammer" bedeutet. Urkundlich erstmals erwähnt wird Kynitz zusammen mit Dahlewitz in einer Urkunde aus dem Jahr 1305 in der Markgraf Hermann V. (1298-1308) und sein Vasall, Ritter Busso Gruelhut, das Patronat der Kirche an das Kloster in Spandau abtreten.

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Die Ansichtskarte zeigt: "Gasthof Deutscher Kaiser", Kirche, Dorfstraße und den ehemaligen Bahnhof

Im Landbuch Kaiser Karls IV. wird es erstmals als Groß Kienitz mit einer Größe von 44 Hufen und eigenem Krug erwähnt. Ohne Ausbildung eines Gutsbezirks gehörte Groß Kienitz in den kommenden Jahrhunderten wechselnden Adelsgeschlechtern, darunter derer von Milow, von der Liepe, Zeuschel und von Schlabrendorf. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Groß Kienitz teilweise verwüstet. 1805 sind 136, ein Jahrhundert später bereits 185 Einwohner nachweisbar. Auch im Fall von Groß Kienitz hat sich der Bahnbau positiv ausgewirkt. Für einige Jahrzehnte von 1900 bis 1951 verfügte es sogar über einen eigenen Bahnhof an der Kleinbahnstrecke Rixdorf-Mittenwalde.

Die Umbruchszeit vom 19. auf das 20. Jahrhundert erwies sich für den kleinen Ort vor allem auf dem Gebiet der Heimatgeschichte als besonders fruchtbar. Mit Adolf Kammann und Walter Garnatz hatte Groß Kienitz zwei bedeutende Heimatforscher aufzuweisen. Besonders letzterer bearbeitete eine Vielzahl lokaler Themen, darunter die Ereignisse um den Pfarrer Laurentius Tagk und die Pastorenlinde in der Dorfstraße 13. Adolf Kammann trat als profunder Kenner der heimischen Pflanzenwelt hervor.

Bis zur Wende blieb Groß Kienitz agrarisch geprägt. Seit 1957 erfüllte die LPG "Eintracht" als eine der Effektivsten im Kreis Zossen ihr Plansoll. Vorrang hatte nach der Wende die Ansiedlung von Gewerbe und der Bau einer Golfanlage. Ab dem 1. Januar 1992 bis zur Bildung der Großgemeinde gehörte Groß Kienitz dem Amt Blankenfelde-Mahlow an und lag mit der Kreisreform ab Dezember 1993 im Landkreis Teltow-Fläming.

 

Ehemaliges Gemeindewappen 

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Ehemaliges Wappen von Groß Kienitz

Bis zur Gemeindegebietsreform am 26. Oktober 2003 führte die ehemalige Gemeinde Groß Kienitz dieses Wappen. Es zeigte als Hauptmotiv ein silbernes Taufbecken auf grünem Feld, das von in goldenen Flanken ausgezogenen Lindenblättern umgeben ist. Das stilisiert wiedergegebende historische Taufbecken befindet sich in der Groß Kienitzer Kirche. Es wurde 1607 von Johannes Kotzte gestiftet, dessen Initialien auf dem Becken zu sehen sind.

Die in die Flanken ausgezogenen heraldischen Lindenblätter stehen pars pro toto für den Lindenreichtum der Gemeinde und verweisen zusätzlich auf eine im lokalen Bereich sehr bekannte Legende, nach der unter einer Linde im Ort ein Verbrechen begangen und in Selbstjustiz der Dorfbewohner gesühnt wurde.

Quelle: Susanne Wölfle-Fischer, Eine Großgemeinde und ihre historischen Wurzeln

 

Zahlen und Fakten

  • Fläche: 6,22 Quadratkilometer
  • Einwohnerzahlen: 320 (Stand: August 2016)
  • Postleitzahl: 15831
  • Vorwahl: 033708

 

 

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Gemeindelogo
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Logo der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow
Das Logo zeigt die fünf Orsteile der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow im geografischen Verhältnis zur Einwohneranzahl (rot - Mahlow, grün - Blankenfelde, orange - Jühnsdorf, blau - Dahlewitz, gelb - Groß Kienitz).